Sich einsam zu fühlen ist längst kein Randthema mehr – auch Jugendliche sind zunehmend davon betroffen. Soziale Isolation oder mangelnde Zugehörigkeit zählen zu den Hauptfaktoren. Das kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. „Tut gut!“ greift mit dem Projekt „Jugend(T)Räume“ – das im Rahmen des Programms „Kommunale Gesundheitsförderungsimpulse“ des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) gefördert wird – diese Problematik für niederösterreichische Gemeinden auf und verfolgt ein klares Ziel: Jugendlichen echte Gestaltungsfreiräume bieten, in denen sie Gemeinschaft erleben, Beziehungen aufbauen und aktiv mitwirken können.
„Mit den neuen ‚Jugend(T)Räumen‘ setzt ‚Tut gut!‘ punktgenau dort an, wo Gemeinschaft entsteht: direkt in den Gemeinden, wo die Jugendlichen in ihren Freundeskreisen und Interessengruppen aufwachsen“, so LR Anton Kasser und „Tut gut!“-Geschäftsführer Erwin Zeiler unisono.
„Die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ist Fundament und gleichzeitig Basis für eine starke und zukunftsfähige Gesellschaft. Wissenschaftliche Studien belegen, dass soziale Unterstützung und aktive soziale Teilhabe sowohl die Gesundheit als auch die Lebenserwartung nachhaltig verbessern. Dabei leisten Kommunen einen wesentlichen Beitrag, indem sie im Rahmen der Gesundheitsförderung soziale Netzwerke stärken und damit psychisches Wohlbefinden fördern“, erklärt die Vorsitzende des FGÖ-Kuratoriums, Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.
Das sind die zehn – von einer Fachjury ausgewählten – Projekte bzw. „Gesunde Gemeinden“, die als förderungswürdig eingestuft wurden und in den nächsten zweieinhalb Jahren an der Umsetzung arbeiten werden:
Berndorf: „Wertvolles Berndorf & wertvolle Region: ein partizipatives Jugendprojekt zu Werten, Gemeinschaft & Gesundheit“
Böheimkirchen: „Vom Beet auf den Teller“ (Gesunde Ernährung von A (Anbau) bis Z (zusammen kochen))
Dunkelsteinerwald: „Gemeinsam statt einsam – Jugend schafft Räume für körperliche und mentale Gesundheit“
Groß-Enzersdorf: „Color Your City – Jugend gestaltet öffentlichen Raum“
Litschau: „Move.Meet.Chill.“ (Neubelebung des Strandbads als lebendiger Ort der Begegnung, Bewegung und Gemeinschaft)
Neulengbach: „Raum für Mädchen“ (Öffentliche Räume durch die weibliche Brille sicher gestalten)
Reichenau an der Rax: „Chill & Change“ (Neubelebung des Jugend-Treffpunkts)
Weinburg: „Jugend-Chillout-Zone im Kräuterschaugarten – Begegnung, Bewegung und Natur erleben“
Wieselburg: „Jugend-Radio“ (Jugendliche auf Sendung)
Zeiselmauer-Wolfpassing: „Mein Ort. Mein Genuss. Meine Gemeinde.“ (Gemeinde entdecken, mitgestalten und kulinarisch genießen)
Im Mittelpunkt der Initiative stehen insbesondere jene jungen Menschen, die bislang wenig Anschluss in ihrem Umfeld gefunden haben. In den teilnehmenden Gemeinden sollen offene Treffpunkte und Beteiligungsformate entstehen, die Jugendlichen unterschiedlicher Altersgruppen, Herkunft und Religion Raum für Begegnung und Gemeinschaftserleben bieten. Um möglichst viele Jugendliche – auch außerhalb des schulischen Umfelds – zu erreichen, ist die Umsetzung gemeinsam mit mindestens einem Kooperationspartner vorgesehen. Langfristig trägt das Projekt dazu bei, Isolation und Vereinsamung in jungen Jahren vorzubeugen. Denn: wer sich als Teil einer Gruppe erlebt und Selbstwirksamkeit erfährt, ist weniger gefährdet, in soziale Isolation zu geraten oder psychische Beeinträchtigungen zu entwickeln. Insgesamt kann pro Jugend(T)Räume-Gemeinde über den gesamten Projektzeitraum von drei Jahren eine Fördersumme von maximal 9.900 Euro abgerufen werden.
Aufgrund des großen Interesses für das Thema wird „Tut gut!“ außerhalb der standardmäßigen Regelförderung insgesamt noch zehn weitere Einreichungen mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von jeweils maximal 1.000 Euro (max. 80 Prozent der förderbaren Kosten) unterstützen.
Mehr Infos: www.noetutgut.at/jugendtraeume
Für weitere Rückfragen: Büro LR Anton Kasser, 0676/81212345, Jan Teubl, MSc (WU), und E-Mail jan.teubl@noel.gv.at
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