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Katastrophenschutz


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Katastrophenschutz
in Niederösterreich

Ausbau des Digitalfunknetzes in Niederösterreich

aufwendige Baustellen - Errichtung eines exponierten Standortes mittels Hubschrauber (Foto: Firma Tetron)
Errichtung eines Sendestandortes (Foto: Tetron)

 

Ein Jahr im Echtbetrieb (Stand Juni 2010)

Nachdem die NÖ Bezirke seit 2006 schrittweise von Wien ausgehend in Betrieb genommen wurden, konnte am 15. Juli 2009 das Funknetz in ganz NÖ in Betrieb gehen. Seitdem sind vor allem die Polizei und die Rettungsorganisationen komplett digital unterwegs.

Der Ausbau des niederösterreichischen Netzes startete rund um Wien, da hier schon das Netz für die EU Präsidentschaft Österreichs 2006 errichtet worden war. So konnten die wiennahen Bezirke bis zur Austragung der Fußballeuropameisterschaft im Juni 2008 schrittweise in Betrieb genommen werden.

Mit 15. Juli 2009 war das Netz in NÖ soweit fertiggestellt, dass alle Nutzerorganisationen den Digitalfunk landesweit nutzen konnten. Das Netz wird aktuell (Stand Juni 2010) weiter optimiert. Einzelne Standorte zur Verdichtung des Netzes befinden sich noch im Bau.


exponierte Baustellen erfordern Spezialisten - Errichtung eines Sendestandortes mittels Hubschrauber (Foto: Tetron)
Errichtung eines exponierten Standortes mittels Hubschrauber (Foto: Tetron)

Besondere Anforderungen an ein Funknetz

Die Einsatzorganisationen stehen tagtäglich bei Bränden, Verkehrsunfällen, Menschenrettungen aller Art vor großen Herausforderungen. Daraus ergeben sich auch hohe Anforderungen an ein krisensicheres Funknetz. Um Einsätze rasch und effizient abwickeln zu können muss auch eine optimale Funkversorgung sichergestellt sein. Daher wurde seitens der Projektleitung auf eine internsive Einbindung der NÖ Einsatzorganisationen Wert gelegt.

Um die Anforderungen der Einsatzorganisationen auch schon in der Planungsphase optimal umzusetzen, wurde seitens der Projektleitung durch die Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz die Projektgruppe Betrieb eingerichtet.

In dieser Projektgruppe waren die Funkreferenten der Blaulichtorganisationen seit Beginn des Projektes intensiv eingebunden. Regelmäßig stattfindende Besprechungen der Nutzer mit der Errichtungs- und Betreiberfirma Tetron, Besuche in der Funknetzplanung in Tirol, die Abhaltung gemeinsamer Programmierworkshops und der intensive Informationsaustausch zwischen den Organisationen garantierte eine reibungslose Umsetzung des Projektes mit den mittlerweile mehr als 20 Nutzerorganisationen. In dieser Gruppe wurde neben dem Rufnummernplan auch eine organisationsübergreifende Sprechfunkordnung gemeinsam erarbeitet.


Besuch der Funkreferenten der Einsatzorganisationen in der Funknetzplanung in Hall/Tirol
Funknetzplanung, Abt. IVW4

Errichtung des Netzes - von der Funknetzplanung bis zum Betrieb

Der Ausbau des niederösterreichischen Netzes wurde Ende 2005 gestartet. Die Funknetzplanung knüpfte an das schon bestehende Netz in der Bundeshauptstadt Wien an. Erstes Ziel war für die EU Präsidentschaft 2006 den Bereich des Flughafens Wien/Schwechat digital für die Polizei zu versorgen. Danach folgte der Ausbau in den politischen Bezirken rund um Wien.

Basierend auf den Ergebnissen der Funknetzplanung wurde durch die Projektgruppe "Standorte", die sich wöchentlich zu Koordinationssitzungen in Tulln traf, der rasche Aufbau sichergestellt. Die Koordination der Standortakquisiteure und der Errichtungsfirmen stand hierbei im Vordergrund.

 


Sendeanlage des Digitalfunks (Foto: Tetron)
Sendeanlage des Digitalfunks (Foto: Tetron)

Sendestandorte finden - keine einfache Sache

Um den optimalen Sendestandort in der Landschaft zu finden sind viele Schritte notwendig. Zuerst weist die Funknetzplanung aufgrund funkmesstechnischer Simulationen am Computer einen möglichen Standort im Gelände aus. Mit Hilfe von geographischen Informationssystemen (Daten bereits bestehender Gebäude und Sendestandorte anderer Betreiber) waren die Funknetzplaner bemüht günstige Standorte auszuweisen. Danach mussten diese Standortvorschläge in der Natur auf Realisierbarkeit überprüft werden. Wenn der Grundstücksbesitzer der Errichtung zustimmte konnte das behördliche Bauverfahren eingeleitet werden.

Konnte ein Standort nicht an der gewünschten Position verwirklicht werden, hatte dies wesentliche Auswirkungen auf den weiteren Netzausbau in dieser Region. Insgesamt mussten rund 640 Standorte auf Machbarkeit untersucht werden. Daraus konnten 470 funktechnisch geeignete Standorte lukriert werden. Von diesen wurden 385 Standorte priorisiert und bis Juni 2010 realisiert. Die Zahlen zeigen, dass die Projektgruppe "Standorte" unter der Leitung von Ing. Johann Dantinger, der Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz, in enger Kooperation mit der Funknetzplanung der Firma Tetron das Netz sehr effizient planen und errichten konnte.

 


Digitalfunk im Test durch die Feuerwehr bei der Landeskatastrophenschutzübung 2008
Abt. IVW4 Feuerwehr/Zivilschutz

Scharfe Tests schon während der Bauphase bewährten sich

Die Einsatzorganisationen testeten seit Beginn ihre Funkgeräte in den bereits versorgten Gebieten. So konnte schon während der EU Präsidentschaft 2006 im Großraum Schwechat und während der Fußballeuropameisterschaft im Juni 2008 in den Bezirken rund um Wien die Polizei das Funknetz nutzen.

Anschließend an diese wiennahen Bezirke wurde das Netz bezirksweise Schritt für Schritt fertig gestellt.

Auch bei zahlreichen Großveranstaltungen, Übungen und Realeinsätzen wurde die neue Technik von den Organisationen getestet bzw. im richtigen Betrieb eingesetzt. Zuletzt bestand das neue Netz seine Feuertaufe bei den Katastropheneinsätzen im Juni und Juli 2009.

Mehr Informationen zu den positiven Erfahrungen der Nutzer finden Sie hier.


Polizistin mit neuem und altem Funkgerät (Foto: IVW4)
neue und alte Funktechnologie (Foto: IVW4)

Umstellung auf Digitalfunk

Die Anschaffung bzw. die Programmierung der Funkgeräte lief vor allem in den Jahren 2008 und 2009 auf Hochtouren. Um einen raschen Umstieg in das neue Funknetz zu ermöglichen, unterstützte das Land Niederösterreich und die NÖ Gemeinden die Freiwilligen Einsatzorganisationen mit dem Ankauf von mehr als 2000 Funkgeräten.

Wann und wo die Einsatzorganisationen in den Echtbetrieb übergehen, wurde den Organisationen selbst überlassen, da ja vor allem die Geräteanschaffung und die Schulungen der Einsatzkräfte auf die neue Technik einen großen Mehraufwand bedeuteten.

Mit Stand Juni 2010 waren rund 11.000 Funkgeräte in Niederösterreich bei 20 Organisationen in Verwendung. Die meisten Geräte stehen bei den NÖ Freiwilligen Feuerwehren, bei der Polizei und bei den großen Rettungsorganisationen Rotes Kreuz und Arbeiter Samariter Bund im Einsatz.


Programmierstraße zur Programmierung von Funkgeräten für den Einsatz
Programmierung von Funkgeräten, IVW4

Das Land Niederösterreich hat bereits die Landeswarnzentrale, den behördlichen Landesführungsstab, den Landesführungsstab der Feuerwehr und alle NÖ Bezirkshauptmannschaften mit Funkgeräten für den Echtbetrieb ausgestattet.

In Planung und Umsetzung befindet sich derzeit die Einbindung des NÖ Strassendienstes sowie der behördlichen Gemeindeeinsatzleitungen für den Katastrophenfall.




WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN
Ihre Kontaktstelle des Landes für Digitalfunk BOS Austria - Teilprojekt NÖ

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz


Ing. Franz Schuster E-Mail: post.digitalfunk@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-16662, Fax: 02742/9005-13520

3430 Tulln, Langenlebarner Straße 106

Lageplan, Adressen aller Dienststellen


Letzte Änderung dieser Seite: 12.01.2011