Die Landeshymne: O Heimat, dich zu lieben ...
Kurzvorstellung der Landeshymne
Der Text stammt von Franz Karl Ginzkey (*8.9.1871 Pula/Pola; †11.4.1963 Wien), die Melodie dagegen von niemand Geringerem als Ludwig van Beethoven. Dieser hatte auf den freimaurerischen Text von Johann Wolfgang von Goethe, "In allen guten Stunden ...", aus dem Jahr 1775 zurückgegriffen und 1823/24 als "Bundeslied für Chor und sechs Blasinstrumente, im geselligen Kreise zu singen" (Op. 122) komponiert . Goethes Freimaurer-Gedicht war bereits 1799 von Karl Friedrich Zelter (1758-1832) vertont worden.
Geschichte der Schaffung einer Landeshymne
Ginzkeys "Heimatlied" wurde schon seit 1948 zu einer Melodie des Geraser Prämonstratenser Chorherrn P. Milo Offenberger (*27.3.1888 Nondorf/Wild, †10.5.1959 Weikertschlag) als inoffizielle Landeshymne bei verschiedensten Anlässen gesungen.
Schon in der Ersten Republik hatte es ab 1932 Versuche gegeben, eine Hymne zu kreieren. 1937/38 wurde ein Wettbewerb durchgeführt, zu dem Offenberger seine Komposition mit einem Text des St. Pöltener Monsignore P. Josef Wagner (1874-1938; Theologieprofessor und Dichter) eingereicht und mit der er auch den ersten Preis errungen hatte. Zu einer Einführung dieses Liedes als Landeshymne war es aber nicht gekommen. Ausgehend vom NÖ Landesschulrat, der ein Schulliederbuch herausgeben wollte, kam es nun ab 1961 wieder zu Bemühungen um die Schaffung einer Landeshymne. Man verzichtete diesmal bewusst auf einen Wettbewerb und bestellte eine Kommission, die Vorschläge erarbeiten sollte. 1963 entschied man zunächst, als Melodie die Kantate Ludwig van Beethovens zu wählen. Das Heimatlied Offenbergers wurde als "gekünsteltes Volkslied" abgelehnt. Dann ging man auf die Suche nach einem Text, wobei man zuletzt wieder auf Ginzkeys Dichtung zurückkam, die zur Melodie Beethovens passte und außerdem bekannt war.
Franz Karl Ginzkey
Franz Karl Ginzkey war zunächst Offizier in der k.u.k. Armee und ab 1897 als Kartograph am Militärgeographischen Institut tätig. Schließlich war er, dessen Talent Peter Rosegger erkannt und gefördert hatte, nur noch als Schriftsteller tätig. Sein bis heute bekanntestes Buch ist ein Kinderbuch: "Hatschi Bratschis Luftballon" (1904); seine Gedichte und Novellen gehören einer spätromantischen natur- und heimatverbundenen Stilrichtung an. Ginzkey war Mitbegründer der Salzburger Festspiele und von 1934 bis 1938 Staatsrat. Sein durchaus problematisches Nahverhältnis zum Nationalsozialismus tat seinem Ruf als bedeutender österreichischer Dichter auch nach 1945 keinen Abbruch.P. Milo (Hermann) Offenberger
Der Geraser Prämonstratenser-Chorherr P. Milo (Hermann) Offenberger maturierte 1906 in Seitenstetten. Anschließend studierte er in Innsbruck Theologie und Musik; 1912 wurde er zum Priester geweiht und war dann im Stift Geras als Novizenmeister, Leiter der Geraser Kirchenmusik und Komponist tätig. 1957 wurde er Pfarrer in Weikertschlag, wo er wenig später starb.Text der Landeshymne
O Heimat, dich zu lieben, | Im Rauschen deiner Wälder, | Getreu dem Geist der Ahnen, |
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Landeshymne - Noten
Literatur
http://www.unheardbeethoven.org/search/search.pl?piece=hess92.mid
Beethovens Vertonung von Goethes "In allen guten Stunden" (midi)
http://www.musicanet.org/robokopp/Lieder/inalleng.mid
Karl Friedrich Zelters Vertonung von Goethes "in allen guten Stunden" (midi)
NÖ LGBL 1966, S. 89-90 (pdf, 95.1 KB)
Landeshymne (Militärmusik des Militärkommandos Niederösterreich) (mp3, 1080.4 KB)
Landeshymne 1. Strophe, Sängerrunde & Stubenmusi Weißenkirchen-Perschling (mp3, 944 KB)
Landeshymne, Sängerrunde & Stubenmusi Weißenkirchen-Perschling (mp3, 2327.5 KB)
Landeshymne (mid, 10.7 KB)
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