Highlight des Monats
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Highlight des Monats Mai 2012
Ignaz Franz Castelli, Gedichte in niederösterreichischer Mundart
Er war wohl der berühmteste Bibliotheksdirektor der Niederösterreichischen Landesbibliothek:
Ignaz Franz Castelli, geboren am 6. März 1781 in Wien, gestorben am 5. Februar 1862 in Wien, der dieses Amt ab 1833 bekleidete. Eigentlich Jurist, wurde Castelli als Dichter und Dramatiker bekannt; erwähnt seien seine Libretti zu den Singspielen "Die Verschworenen" (1822) von Franz Schubert (D 787, Uraufführung 1861) sowie "Die Schweizer Familie" (1809) von Joseph Weigl (1766-1846). Neben seinen "Wiener Lebensbildern" (1828) sind vor allem seine "Gedichte in niederösterreichischer Mundart" (1828) zu nennen, die wir als sein für Niederösterreich wichtigstes Werk von bleibender Bedeutung in den Mittelpunkt unserer Würdigung stellen.
Eines der in der NÖ Landesbibliothek vorhandenen Exemplare (Signatur 110 B, Verbuchungsnummer 370814) der Erstausgabe ist mit einem Autograph (handschriftliche Widmung) des Verfassers vom 20. Februar 1847 versehen; zugleich befindet sich in diesem Exemplar ein Exlibris von Richard Kurt Donin (1881-1963), das das Stift Melk zeigt, wohl eine Reminiszenz an seine Schulzeit im Stiftsgymnasium Melk. Richard Kurt Donin war Jurist und Kunsthistoriker mit dem Schwerpunkt Geschichte der österreichischen Architektur und ist als Sammler entsprechender Literatur, die in die Bestände der NÖ Landesbibliothek eingeflossen ist, ebenfalls für die Bibliotheksgeschichte bedeutsam.
Ein weiteres Exemplar der Erstausgabe (Signatur 110 B, Verbuchungsnummer 369106) zeigt die in den anderen Exemplaren fehlende Titelillustration, eine Bauernlustbarkeit, gezeichnet von Wilhelm August Rieder (1796-1880) und gestochen von Blasius Höfel (1792-1863) in Wiener Neustadt.
In der "Vollständigen Ausgabe letzter Hand, in strenger Auswahl" von "I. F. Castelli's Gedichten in niederösterreichischer Mundart" aus dem Jahre 1852 befindet sich ein Bildnis von Ignaz Franz Castelli, das ihn in niederösterreichischer Bauerntracht mit Pfeife im Mund zeigt, darunter die Devise "Nix für unguad!" nebst Unterschrift "I. F. Castelli" (Faksimilewiedergabe einer handschriftlichen Bildsignierung). Das Bild selbst ist signiert vom Maler "G. Decker" (das ist entweder Georg Decker, 1818-1894, oder sein Bruder Gabriel Decker, 1821-1855, beides Maler und Lithographen, die bedeutende Porträts schufen) und vom Stecher "C. Kotterba", das ist Karl Kotterba, 1800-1859.
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950: Castelli, Ignaz Franz (1781-1862)
GND (Gemeinsame Normdatei): Castelli, Ignaz Franz
VIAF (Virtual International Authority File): Castelli, Ignaz Franz, 1781-1862
Rückblick Highlights Mai 2010 bis Dezember 2010 (pdf, 1929.1 KB)
Rückblick Highlights Jänner 2011 bis Dezember 2011 (pdf, 5444.1 KB)
Rückblick Highlights Jänner 2012 bis Februar 2012 (pdf, 603.9 KB)
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